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Wie sind wir auf das Bild im Banner gekommen?

"Und dann die Hände zum Himmel! Kommt, lasst uns fröhlich sein! Wir klatschen zusammen und keiner ist allein!" Neulich, beim Nachbarschaftsfest in meiner Heimatstadt, höre ich dies Lied zum ersten Mal. Die Leute singen begeistert mit; außer mir scheinen es alle zu kennen.

Zwei Wochen später, in Garrel beim Gala-Abend des Europaschützenfestes: Mehr als 2000 Leute lassen sich vom Orchester Bösel zum Mitsingen und Klatschen animieren: "Und dann die Hände zum Himmel..."

Am Sonntag danach stehe ich beim Festumzug der Schützen am Straßenrand. Wie oft das Lied von den vorbeiziehenden Gruppen angestimmt wird, weiß ich nicht mehr. Ich habe auch nicht mitgezählt. Oft genug jedenfalls, dass ich es Tage danach immer wieder im Ohr habe. Manchmal summe ich es auch vor mich hin. Ein richtiger "Ohrwurm".

Ob es nur die eingängige Melodie ist, die den Leuten gefällt? Oder sollte es auch der Text sein, der anspricht? Schön wäre es ja, wenn wir nicht nur aus voller Kehle, sondern auch von ganzem Herzen singen könnten: "...und keiner ist allein!"

Aber das stimmt ja leider nicht, denke ich. Sieht es nicht ganz anders aus in unserem Alltag?

Nehmen wir's als Wunsch! Wer wünscht sich nicht, Menschen zu haben, die mit ihm klatschen und tanzen, lachen und singen und - wenn's drauf ankommt - sogar weinen?

Ein schöner Wunsch, vielleicht zu schön um wahr zu sein?

Aber da ist ja noch was: "Die Hände zum Himmel!" Soll ich das ernst nehmen?" Ist das mehr als eine Lockerungsübung? Dann wäre es möglicherweise nicht nur ein schöner, sondern auch ein frommer Wunsch...

Ich weiß natürlich nicht, was die sich dabei gedacht haben, von denen dieser Text stammt. Eines weiß ich freilich wohl: Eine Menge Ausdauer, Kraft und Mut braucht, wer dazu beitragen will, dass "keiner allein bleibt".

Ich selber muss jedenfalls immer wieder "die Hände zum Himmel“ erheben! Ohne Hilfe "von oben" bleibt auf Dauer nicht einmal der Wunsch in mir lebendig. Ich kenne etliche Leute, die winken resigniert ab, wenn es um solidarische Gesellschaft oder gar um geschwisterliche Gemeinschaft geht.

Vielleicht bringt dieses Lied ja viel mehr zum Ausdruck als denen bewusst ist, die es (mit-)singen! Und warum sollte nicht auch in einem "Gassenhauer" (so nannten wir früher solche Lieder) auch eine Portion an Lebensweisheit stecken?

Christlich jedenfalls ist es, die Hände zum Himmel zu erheben - und sie dem hinzuhalten, der neben uns steht.
Hermann Kappenstiel (Pfarrer im Stift Tilbeck / Havixbeck)